Familie

Die ausgeprägte Erdverbundenheit und die Liebe zu den Weinbergen reicht in der Familie Ugolini schon auf Großvaters Zeiten zurück (ein Schicksal, das übrigens zahlreiche Familien im Valpolicella noch heute teilen: man wacht morgens auf, schaut als erstes aus dem Fenster um zu sehen, wie das Wetter ist und wie es Grund und Boden geht). Wir, das sind drei Brüder: Davide, Tiziano und Giambattista, der als Ältester vor 20 Jahren, nach dem Tod unseres Vaters dessen Erbe antreten und sich um die Weinberge kümmern musste. Für mich war es „Liebe auf den ersten Blick“ und da wir seit jeher von Weinbau auf hohem Niveau überzeugt waren, habe ich meine gesamten Ersparnisse verwendet, um höher gelegene und nach Süden ausgerichtete Weinberge zu kaufen. Viele Jahre Arbeit für ein großes Unternehmen und weit weg von meinem Boden waren notwendig, um mir eines Tages meinen Traum zu erfüllen, nach Fumane zurück zu kehren, die Trauben selbst zu verarbeiten und mich nur mehr dem Anbau von Wein und unseren Weinbergen zu widmen. Vor etwa 10 Jahren begann ich schließlich, unsere Trauben nicht mehr zu verkaufen, sondern selbst Wein herzustellen, in Flaschen abzufüllen und mit dem Familienetikett Ugolini zu versehen. Diese Veränderung dauert bis heute an und geht mit einer kontinuierlichen Verbesserung unserer Produkte einher. Jahrelang haben wir unsere Aufmerksamkeit vorrangig auf die höher gelegenen Weinberge gelenkt; nicht nur in landwirtschaftlicher Hinsicht - ein Großteil der Weinberge wurde neu bestockt - auch der landschaftliche Aspekt war uns sehr wichtig. Zum Anwesen der Familie Ugolini gehören u.a. auch 12km Trockensteinmauern, eine Rarität, die in der Form nur im Valpolicella zu finden ist. Diese Mauern wurden bereits monatelang in akribischer Handarbeit ausgebessert und wir werden uns auch weiterhin um die laufende Instandhaltung kümmern, damit sich unsere kommende Generation ebenso an dieser Besonderheit erfreuen kann. Besonders stolz macht uns jedoch unser kürzlich fertig gestelltes Projekt: Der Kauf und die Renovierung von Corte Quaranta, eines ehemaligen antiken Bauernguts in Panoramalage, das am Fuße des „Colle San Michele“, nur ein paar Schritte von unserer Weinkellerei entfernt liegt. Heute nennen wir es „Casa Ugolini“ und hier reifen unsere Weine. Ein ganz besonderer Ort, an dem wir unsere Gäste herzlich willkommen heißen, die Türen stehen immer offen... besuchen Sie uns! 

Giambattista

DAS PROJEKT

Guter Wein kann nur aus gesunden Früchten gewonnen werden und gesunde Trauben gedeihen nur auf gesundem Boden. Vom ersten Tag an war es daher unser Hauptanliegen, die landwirtschaftlichen Aspekte den natürlichen Regelmäßigkeiten und der Bodenbeschaffenheit anzugleichen. Hierbei kann jedoch nichts dem Zufall überlassen werden und ein genaues Studium dieser Materie ist von größter Bedeutung. Eingehende Bodenanalysen haben mich dazu geführt, für die neuen Rebstöcke Unterlagsreben mit Pfahlwurzeln zu verwenden, um den Reben im skelettreichen, mit festem Mergel versetzten Boden eine ausgeglichene Flüssigkeits-und Nährstoffversorgung zu garantieren. Nicht nur: Um den Wurzeln den Weg in die Tiefe zu erleichtern, wenden wir das altertümliche Verfahren des „sovescio“, der Gründüngung, an, indem wir entlang der Rebstockreihen vorwiegend Gras mit Leguminosen und Kreuzblütlern anpflanzen. Die starken und robusten Wurzeln dieser Pflanzen legen den jungen Wurzeln der Rebstöcke den Weg frei. Zudem wächst das Gras im Frühjahr, wir mähen es und nutzen es anschließend als natürlichen biologischen Dünger für die Reben wieder. Auf diese Weise konnten wir das natürliche Gleichgewicht wieder herstellen und das Weglassen jeglicher chemischer Substanzen hat in den letzten Jahren die Vogelarten wieder zurück geholt, die sich genau von den Insekten und Milben ernähren, die unseren Trauben schaden. Die einzigen Pflanzenschutzmittel, die bei uns zum Einsatz kommen, sind nach alten Rezepten hergestellte Mittel auf Basis von Kaliumsalz, Kräuter- und Knoblauchabkochungen, sowie mit Kupfersalz und Schwefel vermischtes Propolis. Dies ist auch der Grund, weshalb ein Spaziergang in den Weinbergen heute wieder so schön ist; man kann wieder beobachten, was umherschwirrt und uns an Leben umgibt. Wir jäten nicht mehr und viele Insekten und Vögel sind zurückgekehrt, die in den vergangenen Jahren schon vollständig verschwunden waren. Die Aufrechterhaltung des biologischen Gleichgewichts und Weinanbau nach biologischen Richtlinien schützt nicht nur unsere Umwelt, sondern auch die Traube und damit dem Wein, denn sein Ursprung verleiht dem Wein seinen individuellen Charakter.